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StV Augia Brigantina zu Bregenz/Mehrerau 1933 - 1983 MKV-Verbindung des Jahres 2008 |
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Studentenlieder
Alles schweige! Jeder neige! 1. Alles schweige! Jeder neige ernsten Tönen nun sein Ohr! |: Hört, ich sing' das Lied der Lieder! Hört es, meine Bundesbrüder! Hall es, hall es wider, froher Chor! :| 2. Öst'rreichs Söhne, laut ertöne euer Vaterlands- gesang! |: Vaterland! Du Land des Ruhmes, weih' zu deines Heiligtumes |: Hütern :| uns und unser Schwert! :| 3. Hab' und Leben dir zu geben, sind wir allesamt bereit, - |: sterben gern zu jeder Stunde, achten nicht der Todeswunde, |: wenn das :| Vaterland gebeut. :| 4.
Wer's nicht fühlet, selbst nicht zielet stets nach treuer Männer Wert, |: soll
nicht unsern Bund ent- ehren, nicht bei diesem Schläger schwören, 5. Lied der Lieder, hall es wider: Groß und stark sei unser Mut! |: Seht hier den geweihten Degen, tut, wie brave Burschen pflegen, |: und durch- :| bohrt den freien Hut! :|
Bier her! Bier her! 1. |: Bier her! Bier her! oder ich fall' um, juchhe! :| Soll das Bier im Keller liegen, und ich hier die Ohnmacht kriegen? Bier her! Bier her! oder ich fall' um! 2. |: Bier her! Bier her! oder ich fall' um, juchhe! :| Hat der Wirt kein Glasel mehr, bring er's halt im Fassel her! Bier her! Bier her! oder ich fall' um! 3. |: Bier her! Bier her! oder ich fall' um, juchhe! :| Wenn ich nicht gleich Bier bekumm', schmeiß' ich's ganze Wirtshaus um! Bier her! Bier her! oder ich fall' um! Burschen, heraus! 1. Burschen, heraus! Lasset es schallen von Haus zu Haus! Wenn der Lerche Silberschlag grüßt des Maien ersten Tag, dann heraus, und fragt nicht viel, frisch mit Lied und Lautenspiel! Burschen, heraus! 2. Burschen, heraus! Lasset es schallen von Haus zu Haus! Ruft um Hilf' die Poesei gegen Zopf und Philisterei, dann heraus bei Tag und Nacht, bis sie wieder freigemacht! Burschen, heraus! 3. Burschen, heraus! Lasset es schallen von Haus zu Haus! Wenn es gilt für's Vaterland, treu die Klingen dann zur Hand, und heraus mit mut'gem Sang, wär' es auch zum letzten Gang! Burschen, heraus!
Ça, ça geschmauset 1. Ça, ça geschmauset, laßt uns nicht rappel- köpfisch sein! Wer nicht mithauset, der bleib' daheim! Edite, bibite, collegiales, |: post multa saecula pocula nulla. :| 2. Der Herr Professor liest heut' kein Kollegium; drum ist es besser, man trinkt eins 'rum. Edite, bibite, collegiales, |: post multa saecula pocula nulla. :| 3. Trinkt nach Gefallen, bis ihr die Finger darnach leckt; dann hat's uns allen recht wohl geschmeckt. Edite, bibite, collegiales, |: post multa saecula pocula nulla. :| 4. Auf, auf, ihr Brüder! erhebt den Bacchus auf den Thron und setzt euch nieder, wir trinken schon. Edite, bibite, collegiales, |: post multa saecula pocula nulla. :| 5. So lebt man immer, solang der junge Lenz uns blinkt und Jugendschimmer die Wangen schminkt. Edite, bibite, collegiales, |: post multa saecula pocula nulla. :| 6. Knaster, den gelben, hat uns Apollo (apokryph: Apolda) präpariert und uns denselben rekom- mandiert. Edite, bibite, collegiales, |: post multa saecula pocula nulla. :| 7. Hat dann ein jeder sein Pfeifchen Knaster ange- brannt, so nehm' er wieder sein Glas zur Hand! Edite, bibite, collegiales, |: post multa saecula pocula nulla. :| 8. So lebt man lustig, weil es noch ein flotter Bur- sche heißt, bis daß man rüstig ad patres reist. Edite, bibite, collegiales, |: post multa saecula pocula nulla. :| 9. Denkt oft, ihr Brüder, an unsre Jugendfröhlichkeit, sie kehrt nicht wieder, die gold'ne Zeit. Edite, bibite, collegiales, |: post multa saecula pocula nulla. :|
Die Gedanken sind frei 1. Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? Sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger sie schießen, es bleibet dabei: die Gedanken sind frei! 2. Ich denke, was ich will und was mich beglücket, doch alles in der Still', und wie es sich schicket. Mein Wunsch und Begehren kann niemand ver- wehren, es bleibet dabei: die Gedanken sind frei! 3. Ich liebe den Wein, mein Mädchen vor allen, sie tut mir allein am besten gefallen. Ich bin nicht alleine bei meinem Glas Weine, mein Mädchen dabei: die Gedanken sind frei! 4. Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker, das alles sind rein vergebliche Werke; denn meine Gedanken zerreißen die Schranken und Mauern entzwei: die Gedanken sind frei! 5. Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen und woll mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen. Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen und denken dabei: die Gedanken sind frei!
Ein Heller und ein Batzen 1. Ein Heller und ein Batzen, die waren beide mein. |: Der Heller ward zu Wasser, der Batzen ward zu Wein. :| 2. Die Mädel und die Wirtsleut' die rufen beid': o weh! |: Die Wirtsleut', wenn ich komme, die Mä- del, wenn ich geh. :| 3. Mein' Stiefel sind zerrissen, mein' Schuh', die sind entzwei, |: und draußen auf der Heide, da singt der Vogel frei. :| 4. Und gäb's kein Landstraß' nirgend, so säß' ich still zu Haus, |: und gäb's kein Loch im Fasse, da tränk' ich gar nicht draus. :|
Es zog ein Regiment 1. |: Es zog ein Regiment vom Ungarland herauf, :| |: ein Regiment zu Fuß, ein Regiment zu Pferd, ein Bataillon Deutschmeister. :| 2. |:Bei einer Frau Wirtin, da kehrten sie ein, :| |: da kehrten sie ein, bei Bier und bei Wein; ein schwarzbraunes Mädel schenkte ein. :| 3. |: Und als das Mädel war vom Schlafe aufge- wacht, :| |: vom Schlafe auferwacht, die Augen aufgemacht, da fing es an zu weinen. :| 4. |: "Warum, sag, Mädel, ist dein Auge denn so trüb?" :| |: - "Ich weine um mein Lieb, das wohl im Felde blieb, sonst wär' er wieder 'kommen." :| 5. |: "Ei, schwarzbraunes Mädel, darum weine nicht so sehr; :| |: es gab ihm das Heer die schuldige Ehr' - als Held ist er geblieben." :|
Füchse, heraus! 1. Füchse, heraus! Schalle es froh in die Welt hin- aus! Froher Füchse heit'rer Sang, voller Becher heller Klang, schalle immer fort und fort, Füchse heraus, sei unser Hort! Füchse, heraus! 2. Füchse, heraus! Schalle es froh in die Welt hin- aus! Trinkt vom edlen Gerstensaft, er erzeugt uns Mut und Kraft, hebt die jugendliche Brust, gibt uns Freude, gibt uns Lust! Füchse, heraus! 3. Füchse, heraus! Schalle es froh in die Welt hinaus! Wenn des Mondes Silberschein grüßt vom Firmament herein, dann der Fuchs die Stadt durchzieht, singt dem Liebchen noch ein Lied! Füchse, heraus!
Gaudeamus igitur 1. |: Gaudeamus igitur, iuvenes dum sumus; :| post iucundam iuventutem, post molestam senectutem |: nos habebit humus! :| 2. |: Ubi sunt, qui ante nos in mundo fuere? :| Vadite ad superos, transite ad inferos, |: ubi iam fuere. :| 3. |: Vita nostra brevis est, brevi finietur, :| venit mors velociter, rapit nos atrociter, |: nemini parcetur. :| 4.
|: Vivat academia, vivant professores, :| vivat membrum quodlibet, vivant
membra quaelibet, 5. |: Vivant omnes virgines faciles, formosae, :| vi- vant et mulieres, tenerae, amabiles, |: bonae, laboriosae! :| 6. |: Vivat et respublica et qui illam regit, :| vivat nostra civitas, maecenatum caritas, |: quae nos hic protegit! :| 7. |: Pereat tristitia, pereant osores, :| pereat dia- bolus, quivis antiburschius, |: atque irrisores! :|
Gold und Silber lieb' ich sehr 1. Gold und Silber lieb' ich sehr, kann's auch gut ge- brauchen, hätt' ich nur ein ganzes Meer, mich hin- einzutauchen, 's braucht nicht grad' geprägt zu sein, hab's auch so ganz gerne, |: sei's des Mondes Silberschein, sei's das Gold der Sterne. :| 2. Doch viel schöner ist das Gold, das vom Locken- köpfchen meines Liebchens niederrollt in zwei blonden Zöpfchen. Darum, du, mein liebes Kind, laß uns herzen, küssen, |: bis die Locken silbern sind und wir scheiden müssen. :| 3. Holdes Liebchen, trag' nicht Leid, blicke nicht so trübe, weil du nicht die einz'ge Maid, die ich herzlich liebe! Schau', Studenten machen's so, lieben mehr als eine, |: bin ich nicht mehr Studio, lieb' ich dich alleine. :| 4. Gräm' dich nicht den ganzen Tag, daß wir gerne trinken, daß ich dich nicht küssen mag, wenn die Becher winken. Schau', Studenten sind halt so, lieben Bier und Weine, |: bin ich nicht mehr Stu- dio, lieb' ich dich alleine. :| 5. Wer nur eine einz'ge küßt bis zur Jahreswende und die andern schüchtern grüßt, der ist kein Studente. Wer noch nie bekneipet war, der hat nie studieret, |: wär' er auch so manches Jahr ins Kol- leg marschieret. :| 6. Seht, wie blinkt der goldne Wein hier in meinem Becher; horcht, wie klingt so silberrein froher Sang der Zecher! Daß die Zeit einst golden war, will ich nicht bestreiten, |: denk' ich doch im Silberhaar gern vergang'ner Zeiten. :|
Hier sind wir versammelt 1. Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun, drum, Brüderchen, ergo bibamus! Die Gläser sie klin- gen, Gespräche sie ruh'n, beherziget: ergo biba- mus! Das heißt noch ein altes, ein tüchtiges Wort, es passet zum ersten und passet so fort, und schallet ein Echo vom festlichen Ort, |: ein herr- liches: ergo bibamus! :| 2. Ich hatte mein freundliches Liebchen geseh'n, da dacht' ich mir: ergo bibamus! Und nahte mich traulich, da ließ sie mich steh'n, ich half mir und dachte: bibamus! Und wenn sie versöhnet euch herzet und küßt, und wenn ihr das Herzen und Küssen vermißt, so bleibet nur, bis ihr was Bes- seres wißt, |: beim tröstlichen: ergo bibamus! :| 3. Mich ruft das Geschick von den Freunden hinweg: ihr Redlichen! ergo bibamus! Ich scheide von hin- nen mit leichtem Gepäck, drum doppeltes: ergo bibamus! Und was auch der Filz von dem Leibe sich schmorgt, so bleibt für den Heitren doch immer gesorgt, weil immer dem Frohen der Fröh- liche borgt: |: drum, Brüderchen: ergo bibamus! :| 4. Was sollen wir sagen zum heutigen Tag? Ich dächte nur: ergo bibamus! Er ist nun einmal von besonderem Schlag, drum immer aufs neue: biba- mus! Er führet die Freude durchs offene Tor, es glänzen die Wolken, es teilt sich der Flor, da leuchtet ein Bildchen, ein göttliches, vor; |: wir klingen, und singen: bibamus! :|
Im schwarzen Walfisch zu Askalon 1. Im schwarzen Walfisch zu Askalon, da trank ein Mann drei Tag', |: bis daß er steif wie ein Besen- stiel am Marmortische lag. :| 2. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da sprach der Wirt: "Halt an! |:Der trinkt von meinem Dattelsaft mehr als er zahlen kann." :| 3. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da bracht' der Kellner Schar |: in Keilschrift auf sechs Ziegel- stein' dem Gast die Rechnung dar. :| 4. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da sprach der Gast: "O weh! |: Mein bares Geld ging alles drauf im Lamm zu Ninive!" :| 5. Im schwarzen Walfisch zu Askalon, da schlug die Uhr halb vier, |: da warf der Hausknecht aus Nubierland den Fremden vor die Tür. :| 6. Im schwarzen Walfisch zu Askalon wird kein Pro- phet geehrt, |: und wer vergnügt dort leben will, zahlt bar, was er verzehrt. :|
Keinen Tropfen im Becher mehr 1. Keinen Tropfen im Becher mehr und der Beutel schlaff und leer, lechzend Herz und Zunge. Ange- tan hat mir's dein Wein, deiner Äuglein heller Schein, |: Lindenwirtin, du junge! :| 2. "Angekreidet wird hier nicht, weil's an Kreide uns gebricht", lacht die Wirtin heiter. "Hast du keinen Heller mehr, gib zum Pfand dein Ränzel her, |: aber trinke weiter!" :| 3. Tauscht der Bursch sein Ränzel ein gegen einen Krug voll Wein, tät' zum Geh'n sich wenden. Spricht die Wirtin: "Junges Blut, hast ja Mantel, Stab und Hut; |: trink und laß dich pfänden!" :| 4. Da vertrank der Wanderknab' Mantel, Hut und Wanderstab, sprach betrübt: "Ich scheide. Fahre wohl, du kühler Trank, Lindenwirtin jung und schlank, |: liebliche Augenweide!" :| 5. Spricht zu ihm das schöne Weib: "Hast ja noch ein Herz im Leib; laß mir's, trauter Wand'rer!" Was geschah, ich tu's euch kund: auf der Wirtin rotem Mund |: brannte heiß ein andrer. :| 6. Der dies neue Lied erdacht, sang's in einer Som- mernacht lustig in die Winde. Vor ihm stund ein volles Glas, neben ihm Frau Wirtin saß |: unter der blühenden Linde. :| Fakultätsstrophen Theologe: a) Auch ein Herr Theologus bat sie schüchtern um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Und Frau Wirtin tat es gern, gab ihm einen im Namen des Herrn |: unter der blühenden Linde. :| b) Wißt ihr, wer der Knabe war, blau von Aug' und blond von Haar? 's war ein Theologe, der der Theologei zum Hohn aus dem Kasten war ent- floh'n |: unter die blühende Linde. :| Jurist: Daß
sie küßte der Jurist, gar nicht zu verwundern ist, denn es ist nichts
Schlechtes; hängt ja doch das Wort: ius, ius, eng zusammen mit dem Kuß, Mediziner: a) Und der Mediziner spricht: "Euch, Frau Wirtin, küss' ich nicht, wegen der Bazillen. Doch ihr habt ein Töchterlein, weil das ist so nett, so fein, na, um gottes Willen, riskier' ich die Bazillen." b) Kam ein andrer Medikus. bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Sprach Frau Wirtin: "Fahre wohl, denn du stinkst ja nach Karbol |: unter der blühenden Linde. :| Zahnarzt: Und der Zahnarzt gar nicht faul, greift Frau Wirtin in das Maul, unter der blühenden Linde. Denkt, sie braucht ja ganz gewiß nach dem Kuß ein neu' Gebiß |: unter der blühenden Linde. :| Philosoph: a) Und der Philosoph, nicht dumm, bat sie um ein osculum, wenn auch nur ein kleines; doch Frau Wirtin lacht und spricht: "Auf lateinisch küßt man nicht!" |: Und sie gab ihm keines. :| b) Doch ein Philosoph, nicht dumm, bat sie um ein osculum, unter der blühenden Linde; doch da spricht Frau Wirtin: "Nein! Denn man küßt nicht auf Latein |: unter der blühenden Linde. :| Philologe: Von der klass'schen Philologei war ja auch ein Sohn dabei, unter der blühenden Linde. Lehrte einst doch schon Catull, Horaz, Ovid und auch Tibull: |: Küssen ist keine Sünde! :| Germanist: Auch ein Germanist errang sich der Wirtin Minne- dank; doch er tät' ihr künden, wie in grauer Väter- zeit Liebe geendet mit Herzeleid |: durch ein Blatt einer Linden. :| Pharmazeut: Und vom vielen Küssen wund ward der Wirtin ro- ter Mund, horae vespertinae. Kam ein Pharma- zeut daher und besah sich das Malheur: |: Recipe vaselinae! :| Techniker: a)
Hört ihr nun den Technikus, seine Meinung über'n Kuß: Küssen gehöret zur
Technik. Denn zwei Pole zieh'n sich an, wenn auch nur auf momentan, b) Kam ein fescher Technikus, bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Doch vor lauter r2 P kam er doch zum Küssen nie, |: unter der blühenden Linde. :| Elektrotechniker: Auch ein Elektrotechnikus bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Und Frau Wirtin war ihm hold, gab ihm einen von tausend Volt, |: unter der blühenden Linde. :| Mathematiker: Und ein Mathematikus bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Aus dem einen wurden zwei, aus den zweien 'ne unendliche Reih', |: unter der blühenden Linde. :| Physiker: Horch', da kommt ein Physikus, raubt der Wirtin Kuß auf Kuß, unter der blühenden Linde. Und sie spricht: " Er ist ein Mann, der recht thermisch küssen kann, |: unter der blühenden Linde. :| Chemiker: a) Auch ein junger Chemikus bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Er hat sie zu stark jonisiert, sodaß sie sauer reagiert, |: unter der blühenden Linde. :| b) Und der Studio der Chemie saß der Wirtin vis-à-vis, von Geburt viel schlauer. Er erhob sein volles Glas, prüft mit Lakmus: Was ist das? |: Die Reaktion war sauer. :| Veterinär: Kam ein Verterinär dazu, führt am Halfter eine kranke Kuh, unter die blühende Linde. Kaum tat er die Wirtin seh'n, ließ er gleich das Rindvieh steh'n, |: unter der blühenden Linde. :| Agrarier: a) Ein Student der Landwirtschaft kam auf seiner Wanderschaft unter die blühende Linde. Hätt' Frau Wirtin gern geküßt, doch er stank so sehr nach Mist, |: daß sie entfloh geschwinde! :| b) Noch ein Sohn der Landwirtschaft kam auf seiner Wanderschaft unter die blühende Linde. Doch Frau Wirtin ihn nicht küßt, denn er stank so sehr nach Mist, |: unter der blühenden Linde. :| Welthändler: Auch ein junger Handelsmann hielt bei der Frau Wirtin an, unter der blühenden Linde. Und bei einem Kruge Wein's wurden sie bald handelseins, |: küßten sich unter der Linde.:| Hütteningeniuer: Auch so ein rußiger Hüttenmann trug sich um ein Küßchen an, unter der blühenden Linde. Keinem gab sie mehr 'nen Kuß - weil sie sich jetzt waschen muß, |: unter der blühenden Linde. :| Fuchsmajor: Und
der hohe Fuchsmajor warnt die Füchse bang davor, in Couleur zu küssen. Wenn es
aber nie- mand sieht, wenn 's im Dunkeln stets geschieht, Schlußstrophe: Als der Lindenwirt es sah, was mit seiner Frau geschah, hielt er es für Sünde. Und er nahm den Wanderstab, prügelte den Wanderknab', |: unter der blühenden Linde. :|
Krambambuli 1. Krambambuli, das ist der Titel des Tranks, der sich bei uns bewährt; er ist ein ganz probates Mittel, wenn uns was Böses widerfährt. |: Des Abendes spät, des Morgens früh trink ich mein Glas Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :| 2. Hielt' Jupiter in seinem Reiche noch jetzt ein staatliches Bankett: wenn unter der geweihten Eiche das Göttervolk Redouten hätt', |: es gäbe nach der Symmetrie erst Nektar, dann Kram- bambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :| 3. O wär' Homerus noch am Leben und Flaccus und Anakreon, wie würden sie dich nicht erheben; du trügst den Efeukranz davon! |: Katull schrieb eine Elegie zum Lobe des Krambambuli, Krambim- bambambuli, Krambambuli! :| 4.
Bin ich im Wirtshaus abgestiegen, gleich einem großen Kavalier,
dann lass' ich Brot und Braten liegen und greife nach dem Pfropfenzieher; 5. Reißt mich's im Kopf, reißt mich's im Magen, hab' ich zum Essen keine Lust; wenn mich die bösen Schnupfen plagen, hab' ich Katarrh auf meiner Brust: |: was kümmern mich die Medici? Ich trink mein Glas Krambambuli. :| 6.
Wär' ich zum großen Herrn geboren, wie Kaiser Maximilian, wär' mir ein
Orden auserkoren, ich hängte die Devise dran: |: "Toujours fidèle et sans souci,
c'est l'ordre du Crambambuli." 7. Ist mir mein Wechsel ausgeblieben, hat mich das Spiel labet gemacht, hat mir mein Mädchen nicht geschrieben, ein'n Trauerbrief die Post mir ge- bracht: |: dann trink' ich aus Melancholie ein volles Glas Krambambuli. :| 8. Ihr dauert mich, ihr armen Toren, ihr liebet nicht, ihr trinkt nicht Wein: zu Eseln seid ihr auserkoren, und dorten wollt ihr Engel sein, |: sauft Wasser, wie das liebe Vieh, und meint, es sei Krambam- buli! :| 9.
Sollt' ich dereinst zur Hochzeit schreiten mit einer tugendhaften Braut,
so lass' ich kein groß Mahl bereiten, wenn mich der Priester angetraut; 10. Krambambuli soll mir noch munden, wenn jede andre Freude starb, wenn mich Freund Hein beim Glas gefunden und mir die Seligkeit verdarb: |: ich trink mit ihm in Kompagnie das letzte Glas Kram- bambuli. :| 11. Wer wider uns Krambambulisten sein hämisch Maul zur Mißgunst rümpft, den halten wir für keinen Christen, weil er auf Gottes Gabe schimpft; |: ich gäb' ihm ob er Zeter schrie, nicht einen Schluck Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :|
Muß i denn zum Städtele hinaus 1. Muß i denn, muß i denn, zum Städtele 'naus, Städtele 'naus, und du, mein Schatz, bleibst hier! Wenn i komm, wenn i komm, wenn i wiederum komm, wiederum komm, kehr i ein, mein Schatz bei dir! |: Kann i gleich net allweil bei dir sein, han i doch mein Freud an dir; wenn i komm, wenn i komm, wenn i wiederum komm, wiederum komm, kehr i ein, mein Schatz bei dir! :| 2. Wie, du weinst, wie, du weinst, daß i wandere muß, wandere muß, wie wenn d' Lieb jetzt wär vorbei! Sind au drauß, sind au drauß, der Mädele viel, lieber Schatz, i bleib dir treu. |: Denk du net, wenn i ein' andre sieh, no sei mein Lieb vorbei; sind au drauß usw. :| 3.
Übers Jahr, übers Jahr, wenn mer Träubele schneid't, Träubele schneid't,
stell i hier mi wiedrum ein, bin i dann, bin i dann, dein Schätzele noch,
Schätzele noch, so soll die Hochzig sein.
O alte Burschenherrlichkeit 1. O alte Burschenherrlichkeit, wohin bist du ver- schwunden? Nie kehrst du wieder, gold'ne Zeit, so froh und ungebunden! Vergebens spähe ich um- her, ich finde deine Spur nicht mehr. |: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum! :| 2. Den Burschenhut bedeckt der Staub, es sank der Flaus in Trümmer, der Schläger ward des Rostes Raub, erblichen ist sein Schimmer, verklungen der Kommersgesang, verhallt Rapier- und Spo- renklang. |: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum! :| 3.
Wo sind sie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen, die
ohne Moos bei Scherz und Wein den Herrn der Erde glichen? Sie zogen mit
gesenktem Blick in das Philisterland zurück. 4.
Da schreibt mit finsterm Amtsgesicht der eine Relationen, der andre
seufzt beim Unterricht, und der macht Rezensionen, der schilt die sünd'ge Seele
aus, und der flickt ihr verfall'nes Haus. 5.
Allein das rechte Burschenherz kann nimmermehr erkalten; im Ernste wird,
wie hier im Scherz, der rechte Sinn stets walten. Die alte Schale nur ist fern,
geblieben ist uns doch der Kern, 6.
Drum, Freunde! Reichet euch die Hand, damit es sich erneue, der alten
Freundschaft heil'ges Band, das alte Band der Treue. Stoßt an und hebt die
Gläser hoch, die alten Burschen leben noch, Sind wir vereint zur guten Stunde 1. Sind wir vereint zur guten Stunde, wir starker, fro- her Männerchor, so dringt aus jedem frohen Mun- de die Seele zum Gebet hervor; denn wir sind hier in ernsten Dingen mit hehrem, heiligem Gefühl; drum soll die volle Brust erklingen ein volles, hel- les Saitenspiel. 2. Wem soll der erste Dank erschallen? Dem Gott, der groß und wunderbar aus langer Schande Nacht uns allen in Flammenglanz erschienen war; der unserer Feinde Trotz zerblitzet, der unsre Kraft uns schön erneut und auf den Sternen wal- tend sitzet von Ewigkeit zu Ewigkeit. 3. Wem soll der zweite Wunsch ertönen? Des Vater- landes Herrlichkeit! Verderben allen, die es höh- nen! Glück dem, der mit ihm fällt und steht! Es geh, durch Tugenden bewundert, geliebt durch Redlichkeit und Recht, stolz von Jahrhundert zu Jahrhundert, an Kraft und Ehren ungeschwächt. 4. Das dritte, freier Männer Weide, am hellsten soll's geklungen sein! Die Freiheit heißet unsre Freude, die Freiheit führet unsre Reih'n; für sie zu leben und zu sterben, das flammt durch jede Männer- brust; für sie um hohen Tod zu werben, ist unsre Ehre, unsre Lust. 5. Das vierte - hebt zur hehren Weide die Hände und die Herzen hoch! - , es lebe alte Männertreue, es lebe unser Glaube hoch! Mit diesen wollen wir's bestehen, sie sind des Bundes Schild und Hort; fürwahr, es muß die Welt vergehen, vergeht das feste Männerwort! 6. Rückt dichter in der heil'gen Runde und klingt den letzten Jubelklang! Von Herz zu Herz, von Mund zu Munde erbrause freudig der Gesang! Das Wort, das unsern Bund geschürzet, das Heil, das uns kein Teufel raubt und kein Tyrannentrug uns kürzet, das sei gehalten und geglaubt!
Student sein, wenn die Veilchen blühen 1. Student sein, wenn die Veilchen blühen, das erste Lied die Lerche singt, der Maiensonne junges Glühen triebweckend in die Erde dringt. Student sein, wenn die Weißen Schleier vom blauen Himmel grüßend wehn: |: Das ist des Daseins schönste Feier! Herr, laß sie nie zu Ende gehn! :| 2. Student sein, wenn die Humpen kreisen in lieber- schloss'nem Freundesbund, von alter Treu bei den Weisen der Väter jauchzt der junge Mund. Student sein, wenn die Herzen freier auf der Be- geist'rung Höhe stehn: |: Das ist des Lebens schönste Feier! Herr, laß sie nie zu Ende gehn! :| 3. Student sein, wenn zwei Augen locken, ein süßer Mund verschwiegen küßt, daß jählings alle Pulse stocken, als ob im Rausch man sterben müßt'. Student sein, in der Liebe Morgen, wenn jeder Wunsch ein frommes Flehn: |: Das ist das Leben ohne Sorgen! Herr, laß es nie vorübergehn. :|
Was kommt dort von der Höh' 1. |: Was kommt dort von der Höh', :| was kommt dort von der ledernen Höh', ça, ça ledernen Höh', was kommt dort von der Höh'? 2. |: Es ist der Fuchsmajor, :| es ist der lederne Fuchsmajor, ça, ça Fuchsmajor, es ist der Fuchs- major. 3. |: Was bringt der Fuchsmajor, :| was bringt der lederne Fuchsmajor, ça, ça Fuchsmajor, was bringt der Fuchsmajor? 4. |: Er bringt uns seine Füchs', :| er bringt uns seine ledernen Füchs', ça, ça ledernen Füchs', er bringt uns seine Füchs'. 5. [Solo] |: "Ihr Diener, meine Herr'n, :| Ihr Diener meine hochzuverehrenden Herrn, Ihr Diener, meine Herr'n!" 6. [Solo] |: "Ich bring' Euch meine Füchs', :| ich bring' Euch meine ledern' Füchs', ça, ça ledern' Füchs', ich bring' Euch meine Füchs'." 7. |: So wird der Fink ein Fuchs, :| so wird der lederne Fink ein Fuchs, ça, ça Fink ein Fuchs, so wird der Fink ein Fuchs. Wenn wir durch die Straßen ziehen 1. Wenn wir durch die Straßen ziehen, recht wie Bursch' in Saus und Braus, schauen Augen, blau' und graue, schwarz' und braun' aus manchem Haus; und ich lass' die Blicke schweifen durch die Fenster hin und her, fast als wollt' ich eine suchen, |: die die Allerliebste wär'. :| 2.
Und doch weiß ich, daß die eine wohnt viel Meilen weit von mir, und doch
kann ich's Schau'n nicht lassen nach den schmucken Mädchen hier. Lieb- chen,
woll' dich nicht betrüben, wenn dir ein's die Kunde bringt, und daß dich's nicht
überrasche, 3.
Liebchen, nicht um Goldeslohne hör' ich auf, dir treu zu sein, nicht um
eine Königskrone; ewig, ewig bleib' ich dein! Doch das Schau'n nach hübschen
Mädchen, die so freundlich nach mirsehn, nach den braunen, nach den blonden, 4. Wenn wir bei den Gläsern sitzen, unser Herz der Wein erfreut; wenn die Lieder hell erklingen, sich manch Freundschaftsband erneut; dann, mein Liebchen blicke freundlich, hörst du Lied und Becherklang: dann gedenk' ich deiner Liebe |: und dich feiert mein Gesang! :|
Wütend wälzt' sich einst im Bette 1. Wätend wälzt' sich einst im Bette Kurfürst Fiedrich von der Pfalz; gegen alle Etikette brüllte er aus vollem Hals: |: Wie kam gestern ich ins Nest? Bin, scheint's, wieder voll gewest! :| 2. Na, ein wenig schief geladen, grinste drauf der Kammermohr, selbst von Mainz des Bischofs Gnaden kamen mir benebelt vor, |: 's war halt doch ein schönes Fest: Alles wieder voll gewest! :| 3. So? Du findest das zum Lachen? Sklavenseele, lache nur! Künftig werd' ich's anders machen, Hassan, höre meinen Schwur: |: 's letzte Mal, bei Tod und Pest, war es, daß ich voll gewest! :| 4. Will ein christlich Leben führen, ganz mich der Beschauung weihn; um mein Tun zu kontrollieren, trag' ich's in ein Tagbuch ein, |: und ich hoff', daß ihr nicht lest, daß ich wieder voll gewest! :| 5. Als der Kurfürst kam zu sterben, machte er sein Testament, und es fanden seine Erben auch ein Buch in Pergament. Drinnen stand auf jeder Seit': Seid vernünftig, liebe Leut', |: dieses geb' ich zu Attest: Heute wieder voll gewest. :| 6. Hieraus mag nun jeder sehen, was ein guter Vorsatz nützt, und wozu auch widerstehen, wenn der volle Becher blitzt? |: Drum stoßt an! Proba- tum est: Heute wieder voll gewest! :| |
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Stand: Montag, 10.September 2008 |